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Medizinische Blutegel
Hirudo medicinalis
Der Blutegel bzw die Blutegeltherapie
ist ein jahrtausende altes Heilverfahren.
Der Blutegel wird eingesetzt bei Problemstellungen wie Krampfadern,
Besenreisern, Venenleiden, Arthrose oder Tinnitus.
Die ersten Aufzeichnungen über den Einsatz von Blutegel für
die Blutegeltherapie findet man bereits im 2ten Jahrhundert
vor Christi bei dem Griechen Nikander von Kolophon,
der den Blutegel bzw. die Blutegeltherapie vor allem
zur Behandlung von giftigen Bißstellen verwendet hat.
Nachdem der Blutegel bzw die Blutegeltherapie im letzten
Jahrhundert nur selten zum Einsatz kam, erlebt der Blutegel,
bzw. die Blutegeltherapie, nun wieder eine Renaissance
in der modernen Medizin.
Immer häufiger werden die positiven Eigenschaften des
"Hirudo medicinalis" alias Blutegel wieder zum Einsatz gebracht.
Neben den klassischen Einsatzbereichen wie Krampfadern,
Besenreisern, Venenleiden, Arthrose oder Tinnitus wird heute die
Blutegeltherapie auch in der modernen rekonstruktiven Implantationstherapie
verwendet, indem mit Hilfe des Blutegels z.Beispiel die Durchblutung eines
reimplantierten Fingers wieder hergestellt wird.
Ärzte schätzten den Egel bereits in der Antike.
Dass der Biss des Egels eine heilsame Wirkung hat,
ist keineswegs eine neue Erkenntnis.
Bereits in Antike legten die Ärzte die fünf bis zehn Zentimeter langen
Blutsauger bei eitrigen Geschwüren, Hautkrankheiten oder Venenleiden auf.
Im 19. Jahrhundert entstand in Europa gar ein regelrechter Blutegel-Kult:
Egal ob Fettsucht oder Nymphomanie, Asthma, Schwindsucht oder
Verstopfung, keine Krankheit, die man nicht mit sanftem Aderlass
per Egel zu heilen versuchte.
Als unerfreuliche Folge dieser Mode waren die Tiere um 1900 in Deutschland
fast ausgerottet , den Ärzten ging der Nachschub aus.
Und nicht zuletzt weil mit dem Wissen um die Existenz von Bakterien auch
die Angst vor Infektionen zunahm, geriet die Egeltherapie in Vergessenheit.
Der medizinische Blutegel bewegt sich auf zwei Arten.
Er kann schwimmen, indem er seinen Körper abflacht und
wellenförmige Bewegungen ausführt.
Oder sehr oft sieht man den medizinischen Blutegel "laufen",
indem er seine Umgebung mit dem Kopf sondiert, den vorderen
Saugnapf festsetzt und den hinteren Saugnapf nachzieht.
Erwachsene Tiere erreichen auf diese Weise, auch an Land,
beachtliche Geschwindigkeiten von fast 5 cm pro Sekunde. 
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